
Was ist der Unterschied zwischen einem Bebauungsplan und einer städtebaulichen Zweckbestimmung? Wer ein Grundstück kauft und darauf bauen möchte, der sollte den Unterschied kennen.
Allgemeiner Bebauungsplan, Piano Regolatore Generale (PRG)
Kurz gesagt, wird im allgemeinen Bebauungsplan (ital: Piano Regolatore Generale (kurz: PRG)) festgelegt, was in einem bestimmten Gebiet einer Gemeinde gebaut werden darf.
Im Detail bedeutet das:
Für die Gemeinde ist es das wichtigste Dokument, das als städtebauliches Instrument wirkt. Damit wird auf kommunaler Ebene geregelt, was innerhalb eines bestimmten Gebiets gebaut werden darf.
Mit dem allgemeinen Bebauungsplan wird langfristig festgelegt, wie ein bestimmtes Gebiet entwickelt werden soll und legt die Wohn-, Landwirtschafts- und Industriegebiete fest, sowie die Infrastrukturen mit den maximalen Höhen der Gebäude und den Bebauungsindizes der Grundstücke.
Im Großen und Ganzen besteht der Bebauungsplan aus Karten, technischen Bestimmungen und Berichten.
Der allgemeine Bebauungsplan ist gültig für die gesamte Gemeinde.
Bescheinigung über die städtebauliche Zweckbestimmung, Certificato di Destinazione Urbanistica
In der Bescheinigung über die städtebauliche Zweckbestimmung (ital: Certificato di Destinazione Urbanistica (kurz: CDU)) wird detailliert auf eine Katasterparzelle eingegangen und regelt diese.
Im Detail bedeutet das:
Dieses Dokument ist eher für den Käufer wichtig, denn es bescheinigt die geltenden städtebaulichen Vorschriften, die auf der PRG basieren. Die Bescheinigung über die städtebauliche Zweckbestimmung bezieht sich auf ein bestimmtes Gebiet, Grundstück oder Gebäude.
In der Bescheinigung werden die Katasterdaten, also die Blattnummer und die Parzelle genannt, die Zweckbestimmung des Gebiets, also ob es sich um ein landwirschaftliches Grundstück oder um einen Bauplatz handelt. Die Bebauungsindizes und die Abstände zu Nachbargrundstücken oder Gebäuden die einzuhalten sind. Außerdem eventuelle Auflagen zur Umwelt und Landschaft.
Bei besonderen Gebieten wird auch die Beschaffenheit des Grundstücks erwähnt, insbesondere dann, wenn es sich um geologische Besonderheiten handelt, wie Erdrutschgebiete. In diesen Fällen wird auch genannt, ob das Grundstück eventuell in eine andere Kategorie eingestuft wird und dann unter Umständen nicht mehr bebaubar ist.
Man könnte sagen, das es sich bei diesem Dokument um die DNA eines Grundstücks handelt.
Es ist für den Verkauf eines Grundstücks vom Verkäufer zu beschaffen und vorzulegen. Bei Grundstücken von mehr als 5.000 m² ist es obligatorisch und wird beim Verkauf von jedem Notar verlangt und wird Teil des Kaufvertrags.
Zusammengefasst bedeutet das, dass in der PRG festgelegt wird, was in einem bestimmten Gebiet einer Gemeinde gebaut werden darf, während in der CDU auf jede Parzelle im einzelnen eingegangen wird.